u-kult.de - Das Internet-Feuilleton “Kultur”, das hat immer noch einen etwas langweiligen Beigeschmack. Bayreuth, Walser, Grass und selbst Harald Schmidt - das ist schwere Kost, aber offenbar das, wofür sich die deutschen Feuilleton-Leser zu interessieren haben. Das war schon immer so und wird immer so sein. Kulturjournalismus hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert. Die neuen Medien, wie Fernsehen und auch das Internet, finden zwar Erwähnung, werden aber immer in eine etwas schmuddelige Ecke gestellt - fast jede Woche lesen wir Lobeshymnen auf das Buch und warum es nun doch nicht aussterben wird.
Auch wir mögen Bücher, aber wir glauben auch, dass Fernsehen und Kino zu Unrecht missachtet werden. “Trivial” sind sie jedenfalls nicht mehr. Fernsehserien sind inhaltlich so aufwendig wie nie zuvor und auch das Kino findet langsam einen Weg aus der Actionfilm-Misere. Die Masse freut’s, die Quoten für Fernsehserien steigen und Millionen von Menschen tauschen sich aus über “Jack Bauer”, die “Desperate Houswives” oder “Lost”. Übrigens auch über Sendungen, die nie im deutschen Fernsehen gelaufen sind und trotzdem hierzulande unheimlich bekannt sind. Während deutsche Produzenten überwiegend seichte Unterhaltung herstellen, suchen sich die Deutschen die Produkte im Ausland.
Die Unterhaltung ist zur Kultur, zur Unterhaltungskultur geworden. Und weil niemand in den Feuilletons dieses Landes darüber schreiben will, gründen wir unser eigenes - im Internet. |
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